Sicherheit braucht Menschen, die mitmachen
Deshalb entwickelte VOR für das Emergency Response Team von GlobalFoundries Dresden eine interne Kommunikationskampagne, die Wissen schafft, Vorbehalte abbaut und Mitarbeitende gezielt für ein freiwilliges Engagement gewinnt.
Ergebnisse der Zusammenarbeit
- Mehr Bewerbungen als verfügbare Plätze
- Mehr Wissen über Aufgaben, Abläufe und Voraussetzungen im ERT
- Abbau von Unsicherheit und Vorbehalten bei Mitarbeitenden
- Höhere Sichtbarkeit und stärkere Wertschätzung für das ERT
- Gezieltere Ansprache potenzieller Freiwilliger über Führungskräfte

Der Kunde: Chipfertigung mit maximalem Anspruch an Sicherheit
GlobalFoundries Dresden ist einer der wichtigsten Halbleiterstandorte Europas. Laut Unternehmen arbeiten hier rund 3.000 Mitarbeitende aus 50 Nationen, an einem Standort, der für die europäische Chipfertigung eine zentrale Rolle spielt. In einem so komplexen industriellen Umfeld ist Sicherheit keine Nebenaufgabe, sondern Voraussetzung für einen stabilen Betrieb. Genau hier kommt das Emergency Response Team ins Spiel: als schnelle Eingreiftruppe direkt am Standort, geschult für medizinische Notfälle, Brände und technische Havarien.

Die Strategie: Nicht lauter werden, sondern treffender
Die Ausgangslage:
Sicherheit braucht Menschen, nicht nur Prozesse
GlobalFoundries Dresden musste kurz- und mittelfristig mehr geeignete Mitarbeitende für das Emergency Response Team gewinnen. Der Bedarf war konkret, denn rund 20 ERT-Mitglieder fehlten, um die Sicherheit am Standort verlässlich abzusichern. Gleichzeitig war das Bild des ERT bei vielen Mitarbeitenden erstaunlich unscharf. Was machen die eigentlich genau, wie gefährlich ist der Einsatz wirklich, wie läuft das mit Trainings, Freistellungen und Arbeitszeit? Es ging also nicht nur um Recruiting. Es ging erst einmal um Verstehen.
Unser Ansatz:
Erst zuhören, dann zuspitzen
Bevor wir irgendetwas gestaltet haben, wollten wir wissen, was Menschen tatsächlich bewegt. Also haben wir persönliche 1:1 Interviews geführt, mit ERT-Mitgliedern, mit Mitarbeitenden außerhalb des Teams und mit Führungskräften. Dabei wurde schnell klar: Gute Kenntnis über Aufgaben und Ablauf nimmt Ängste, ein schneller Zugang zu Fakten senkt erste Hürden und die Ansprache über Führungskräfte wirkt deutlich präziser als breite Streuung. Aus diesen Erkenntnissen entstand die Kommunikationsstrategie. Nicht abstrakt, sondern sehr konkret, mit den passenden Botschaften, Touchpoints und einem Visual, welches das ERT erlebbar macht.
Die Bedenken:
Noch ein Thema extra, trotz voller Auslastung
Die Vorbehalte waren nachvollziehbar. Manche Mitarbeitende hielten die Aufgabe für zu riskant, andere zweifelten an ihrer Eignung, etwa bei medizinischen Notfällen oder technischen Einsätzen. Dazu kamen ganz praktische Hürden: hohe Auslastung, wenig Lust auf zusätzliche Trainings, Unsicherheit im eigenen Team und fehlende Klarheit über Boni, Freistellungen oder tatsächliche Anforderungen. Hinter vielen Einwänden steckte kein Nein. Eher ein Fragezeichen. Und genau dieses Fragezeichen musste die Kommunikation ernst nehmen, nicht übertönen.
Die Besonderheit:
Ein Team mit echtem inneren Antrieb
Besonders war vor allem das Profil der Menschen im ERT. Die Interviews zeigten sehr klar, was viele von ihnen verbindet: Hilfsbereitschaft, Engagement, Teamgeist, technisches Interesse und die Bereitschaft, im Ernstfall Verantwortung zu übernehmen. Diese Erkenntnisse waren für das Projekt besonders wertvoll, weil sie geholfen haben, Motivation und mögliche Zugänge für neue Freiwillige besser zu verstehen. So wurde aus einem abstrakten Sicherheitsthema ein Thema mit echten Menschen, echten Motiven und echter Relevanz.


Die Umsetzung: Sichtbar, verständlich, wirksam
Die Umsetzung lief nicht nach dem Motto einmal plakatieren und fertig. Stattdessen haben wir die Kampagne in drei Phasen aufgebaut: verstehen, sichtbar machen, gezielt aktivieren. Erst kamen die Interviews und damit die Klarheit über Motivation, Hürden und wirksame Zugänge. Danach wurde das ERT im Standort sichtbar, mit Motiven, Flyern und im Intranet. Durchweg Materialien, die Wissen aufbauen und Interesse wecken. Auf dieser Basis konnte die Kommunikation immer genauer auf die Mitarbeitenden ausgerichtet werden, für die Mitmachen eine Option sein könnte.

„Unsere Sorge war anfangs, ob wir überhaupt genug Menschen für das Thema erreichen. Tatsächlich hat die Kampagne genau das Gegenteil bewirkt: Sie hat Hürden abgebaut, Interesse geweckt und am Ende mehr Bewerbungen gebracht, als wir Plätze hatten.“
Alexander Weigel
Staff Technician Safety & Emergency Response
Fire Brigade / EHS-Security Operations, GlobalFoundries Dresden


„Für mich war die Begeisterung der ERT-Mitglieder für den konzeptionellen Ansatz und dessen Visualisierung eine ganz besondere Erfahrung. Während des Fotoshootings und der Kurzinterviews entstand eine angenehme Zusammenarbeit – auch wenn anfängliche Skepsis spürbar war, wurde sie in kürzester Zeit ausgeräumt. Die ERTs verstanden schnell, dass sie nicht als hübsche Staffage "benutzt" werden sollen, sondern die Hauptrolle in diesem Setting spielen, und nahmen diese mit Stolz an. Ich finde, genau das sieht man den Motiven auch an.“
Uwe Seidel
Art Director, VOR




